Mittwoch, Oktober 04, 2006

Philippe Claudel - Die grauen Seelen

Klappentext
Ein Dorf im Osten Frankreichs, Winter 1917.
Die Front ist nah, doch alles geht seinen gewohnten Gang. Bis eines Tages die zehnjährige Tochter des Gastwirtes ermordet wird. Der Gendarm versucht, Licht in das Dunkel zu bringen. Doch erst viele Jahre später gelingt es ihm, die Geschichte zu erzählen, zusammen mit allen anderen Geschichten, die untrennbar mit ihr verbunden sind.

Das Buch wird aus der Sicht eines Polizisten viele, viele Jahre nach den Ereignissen, die ihn nie losgelassen haben, niedergeschrieben. Bereits der Ich-Erzähler ruft die, im gesamten Buch herrschende, triste Stimmung hervor, er präsentiert sich dem Leser als einsamer, resignierten Mann, für den das Aufschreiben der Geschichte und mit ihr verbunden auch seiner Lebensbeichte den letzten Lebensinhalt darstellt.

Nach einem der Protagonisten gibt es keine weißen oder schwarzen Seelen, sondern nur graue. Genau das wird einem sehr eindrücklich vor Augen geführt. Man steht als Leser der Geschichte sehr einsam dar, da man die Frage nach der Schuld oder Unschuld jeder Person selbst entscheiden muss und keine Auflösung serviert bekommt. Jede einmal gefasste Meinung wirft man an einer anderen Stelle des Buches wieder über den Haufen.

Das Buch reißt einen mit, durchaus auch runter, da es durchweg eine sehr düstere und hoffnunglose Charakterisierung der menschlichen Seele präsentiert.

Kommentare:

EKKI hat gesagt…

Hastesn dann auch glesn, oder wie? Hört sich jedenfalls interessant an!

Anka hat gesagt…

Türlich hab ich es geleden, alles nach dem 1. Absatz is meine Rezension.
Magst du es ausgeliehen?