Dienstag, Mai 12, 2009

Schuldenabarbeitung oder wie ich zur SPD kam

Ich habe nem töfften Juso (der dringenst selbst bloggen sollte) versprochen, zu erzählen wie ich zur SPD kam. Also, los:
Ich glaube, meine Sozialisierung (ist das jetzt schon ein Wortspiel?) fing in der Grundschule an. Da gab es nämlich regelmässig (sprich: zu den Wahlen) SPD-Bälle. Also, Bälle wie Fußball, nix tanzen. Wesentlich an den Dingern: Die waren kostenlos und deshalb haben keine Eltern gemeckert, wenn man sie zerstörte/vergaß/ tauschte oder sonstwas. Und weil die SPD damit großzügig war, hatte man also immer Bälle zum Fußballspielen.

Dann gab es auch SPD-Feste. Das waren große Kinderfeste mit Schminken, Ballons steigen lassen, diesen drehenden Scheiben, auf denen man Papier mit Farben bespritzte und so einfach was für Oma hatte. Man konnte sogar Pony reiten (ich war damals sehr jung, der Tierschutz kam mir erst später in den Kopf).

Also, da hat die SPD sehr gute Arbeit geleistet. Lange bevor ich kapierte, was Parteien sind und dass die SPD eine ist, war SPD für mich schon mal super.

Ich wurde größer (ja, größer als in der Grundschule bin ich!) und wurde dann in der Kirchengemeinde aktiv. Hier findet man dann den Grundstein, warum ich never ever zur Union kommen konnte: Da bin ich schlicht zu christlich für!

Ich wurde noch älter und entdeckte den Tierschutz. Mit Zwischenstufen als Vegetarier, was mir nicht so dolle bekam. Tapfer versuchte ich ne Jugendgruppe für Greenpeace zu gründen, was alle ganz toll fanden, aber dann doch niemand mitarbeiten wollte...
Ach ja, in der Grundschule hatte ich auch ne eigene Zeitung, die DAD-Y hieß. Die ersten drei Buchstaben waren die Anfangsbuchstaben der Mitarbeiter und Y einfach cool. In dieser thematisierten wir Ausländerfeindlichkeit und das Ozonloch. Ich frage mich heute noch, wie der Autor das mit dem CO2 in diesem Alter kapieren konnt! So richtig habe ich es nämlich nicht gerafft.
Es folgte die typische jugendlich-politische Karriere: Klassensprecher, Schülervertretung und so Spässe. Ich sammelte Unterschriften gegen Tierversuche und bekam dafür vom Ministerium ein Buch über Molekulargenetik. Nett war, dass sie zurückschrieben und reagierten. Bescheuert war, dass ich damals 12 oder so war und mit dem Buch entsprechend mal gar nichts anfangen konnt.

Parteienpolitisch passierte lange nichts. Das fing erst während des Studiums an, da trat ich nämlich bei


bei den Grünen.

Aber so ganz daheim fühlte ich mich da nicht und so war ich dann auch eher in der Juso-Hochschulgruppe aktiv. Ok, relativ dezentes Zwischenspiel, weil ich damals schon die Quote ablehnte, wesentlich strikter als heute und mich mit anderen Dingen auch nicht anfreunden konnte.

Weil ich damals noch ne Fernbeziehung (eher mit World of Warcraft als mit dem Typen, aber das ist eine andere Geschichte) hatte, blieb auch verdammt wenig Zeit für politisches Engagement.

Dann kam der Beste aller Männer und AnKa hatte einen Lebensmittelpunkt gefunden, von dem aus ich nun auch verstärkt alles ringsrum angehen konnte, inklusive politischen Engagement. Ich nahm also Kontakt mit der SPD vor Ort auf, trat ein (vorher natürlich bei den Grünen aus) und wurde von Niklas angerufen und zur Juso-Sitzung eingeladen.

Und um es mit den Helden zu sagen: Ich bin gekommen um zu bleiben, ich geh hier nicht mehr weg.
Auch wenn ich nicht mit allem einverstanden bin, was die SPD so mitträgt. Auch wenn ich nicht alle SPD-Mitglieder gut finde.
Das Fundament stimmt und außerdem gibt es bei den Jusos die Töfftesten!

Edit: Ich habe gerade beschlossen, hieraus ein Stöckchen zu machen: Erzähle, wie du zu deiner Partei kamst.

Und das möchte ich besonders wissen von:
Robin: Antwort von Robin
Jan Filter: Antwort von Jan
Christian
Julia Seeliger
Doris Aschenbrenner
Julian und Jörg Reydt (das ist praktisch: Ein Blog, 2 Autoren, 2 Parteien): Antwort von Julian

Und ansonsten allen, die antworten möchten. Ich freu mich ja, wenn überhaupt jemand antwortet (ok, bestimmte Leute werde ich nerven bis sie antworten ;-) )

Kommentare:

TiiCii hat gesagt…

facebook sagt trotzdem (vermutlich dank kundendatenauswertung) dass ich CSU wählen soll.
interessant is die geschichte jedenfalls! @SPD-Werdung/Berufung
und: ich wähle vermutlich trotz facebook nicht die CSU

AnKa hat gesagt…

Braver Tschimmie

Stephan hat gesagt…

Danke für die Erzählung. Ist bei mir ähnlich verlaufen. Nur das ich mich eigentlich in der Zeit zwischen SPD-Feste besuchen und meinem Eintritt in die SPD nicht politisch aktiv war.
Was noch nett wäre, wenn du den Begriff Töffig mir mal erklärst.
Ich glaube auch zu wissen wenn du meinst im einleitenden Satz mit Juso der einen Blog starten sollte. ;-)

AnKa hat gesagt…

Töffte, nicht töffig:
http://www.ruhrgebietssprache.de/lexikon/toeffte.html

Stephan hat gesagt…

Danke für den Link. In diesem Blog bekommt man sogar sehr gut das benötigte Hintergrund wissen um alles verstehen zu können und wird von der Blogerin sehr gut umsorgt.

julia seeliger hat gesagt…

ich meine geschichte ist ganz lustig. ein cduler gab mir den letzten stoß, bei den grünen einzutreten.

AnKa hat gesagt…

@Julia: Das hört sich ja nach jugendlichen Trotz an. Der Papa?^^

Julian R. hat gesagt…

Danke für das Stöckchen. Ich habe eben meine Schuldigkeit getan und einen halben Roman in die Tastatur gekloppt. Aber Trackbacks gibts hier nicht, oder?

Übrigens das erste Stöckchen seit langem das ich wirklich gut und interessant finde!

AnKa hat gesagt…

Ich freu mich!
Das Thema Trackback und Blogspot habe ich noch nicht durchschaut, aber dich mal in den Text verlinkt, damit man deine Antwort findet.

So und nu geh ich lesen.