Woraufhin meine Mama das Internet nach Bilder von mir durchsuchte. Sie fand sie nicht, erstens weil ich mich auch um die Homepage der Jusos Unterfranken mitkümmere und das scheußliche alte Bild boykottiere und zweitens das diesjährige noch nicht geschossen wurde.
Ich habe mich vor dem Tweet halt schon als Mädchen verkleidet und angemalt, um so dieses Jahr weniger wie ein Oger auszuschauen. Und das sind die Resultate (ja, trotz regelmässiger Zweifel kommt es bei uns Jusos doch ab und zu zu Resultaten ;) )
Dat Klumsche Heidi hätte sicher kein Foto für uns, aber es ist eine ABSOLUT unglaubliche Entwicklung zu sehen ;)
Gerade musste ich erfahren, dass eine sehr liebe und engagierte Jungsozialisten einen rechtsextremistischen Drohbrief erhalten hat. Und könnte kotzen. Ich habe Eylem Karatas bei meiner Juso-Arbeit kennen und als eine intelligente, engagierte, humorvolle und liebenswerte Person schätzen gelernt. Und ich bin verdammt stolz darauf mit ihr in einer Partei zu sein.
Ganz und gar nicht stolz bin ich hingegen auf Mitbürger, die meinen Menschen auf Grund ihrer Abstammung verurteilen zu können. Und was mir zu Menschen einfällt, die anderen Drohbriefe schicken, schreibe ich hier lieber nicht hin.
Da bin ich echt baff. Das Ergebnis der Bundestagswahl hat mich doch in dieser Härte dann doch überrascht. Noch mehr überrascht hat mich, wie viele Reaktionen mich in Form von Kommentaren, E-mails, SMS und Anrufe erreicht haben. Viele tröstende Worte haben mich erreicht, viele aufmunternde, einige anstachelnde und auch viele diskutierende und fragende. Bei der Fülle dauert es etwas bis ich alles beantworten kann. Vieles kann ich auch schlicht noch nicht beantworten, da müssen wir erst Entwicklungen abwarten.
Nochmal Danke an alle. Es zeigt sich daran einfach, dass mein Engagement bemerkt, ernstgenommen und begrüsst wird. Und das freut mich wirklich.
Ich weiß jetzt schon, was heut abend passieren wird. Weil das nämlich schon letztesmal passiert ist. Es gibt eine Juso-Sitzung, also lauter junge Leute, von denen man denkt, sie wären Teil der "Generation Upload"(rofl), internetaffin oder wenigstens youtube-süchtig. Denkste!! Auf der letzten Sitzung find ich bei der Raucherpause an, folgenden Ohrwurm zu trällern.
Alles schaut komisch und grinst. Und fragt mich, wie ich auf so´n Scheiß komme.... Naja, dacht ich, aber das hier MUSS ein Juso einfach kennen.
Alles schaut und lacht. Ich vermute aber persönlich, sie lachen einfach darüber, dass ich mich mal wieder zum Affen mache.
Und heute? Heut gibt es ne politische Runde und ich dann immer so: "Yeah!" Und wieder wird keiner wissen, wovon ich rede...
Ich war ja vergangenes Wochenende auf dem Juso-Bundekongress. Ein aufregendes, interessantes und anstrengendes Wochenende. Ich war in der MPZK (Mandats- Prüf- und Zählkommission), habe aber ganz brav immer erst nach der Verkündigung die Ergebnisse getwittert. Ok, geschrieben hatte ich vorher und dann im Applaus gesendet und war somit immer Schnellste. (Muss ja mal gesagt werden)
Ok, dass MOC ist groß und ziemlich doof, da hat die Welt in ihrem Artikel schon recht:
Man musste sich schon brav anmelden und bekommt lauter wichtiges Zeug: Am Freitag redete ja unser Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier. Und ich kenn da ja nix, ich dränge ja jedem nen Organspendeausweis auf. Er hat zwar seit Jahren einen, aber posieren kann er. Abends wurde dann Franziska Drohsel mit 69% der Stimmen zur Vorsitzenden wieder gewählt. Der 1.Tag war auch eigentlich der Uninteressanteste, obwohl mich ja ein Aushang im Hostel begeistert hat: In dem Zimmer hing eine Liste, was es kostet einzelne Dinge zu zerstören. Ein Schnäppchen waren die Handtücher mit 5€, die potthässlichen Vorhänge kosteten schon 70€ und richtig ins Geld gehen dann Waschbecken und so. Ob die damit die Leute nicht noch auf Ideen bringen? Naja, es war sehr spät und ich war glücklich pennen zu können.
Am nächsten Morgen ging es dann um 9 weiter. Der Antrag gegen die Internetzensur war recht früh dran und wurde mit deutlicher Mehrheit angenommen. Ein Brüller des Tages war dann, dass Stern online den Landesverband Bayern als konservativ definiert und setzt ihm mit Hamburg gleich. Highlights des Tages waren dann die Wahl der Stellvertreter, geworden sind es: Simone Burger Michael Clivot Ralf Höschele Martin Margraf Sonja Pellin Bettina Schulze Sina Tiedtke Sascha Vogt
Besonder erfreulich war, dass unsere bayerische Kandidatin das beste Ergebnis bekam.
Dann sprach der Parteivorsitzende Müntefering. Während seiner Rede haben die Jusos aus Rheinland-Pfalz "Wir sind hier, wir sind laut, du hast uns den Kurt geklaut" skandiert und Kurt Beck Plakate hochgehalten. Später sprach dann Karsten Dietrich Voigt zum Thema "Jusos seit 1969 - linker Richtungsverband und sozialdemokratischer Nachwuchs." Und danach ging es dann ordentlich rund. Man kann es mit Fußballstadion-Atmosphäre beschreiben und gipfelte dann in dieser Aktion.
Ich muss gestehen, dass ich den Überblick über sämtliche Anträge etwas verloren habe, aber es wird wohl bald ein Protokoll dazu geben. Der Abend ging spät zu Ende und dann gab es noch die traditionelle BuKo-Party. Aber ich Weichei war ja immer noch angeschlagen und bin recht früh heim (sprich so gegen 2 lag ich im Bett). Am nächsten Morgen ging es wieder um 9 los. Christian Ude sprach einige Grußworte. Es wurde ein Antrag zum öffentlichen Nahverkehr verabschiedet und die Forderung auf die tatsächliche Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften. Irgendwann kam dann der Antrag auf Ende des Kongress und ich stimme ja bei so´n Blödsinn immer mit (joah, will heim). Allerdings ging der tatsächlich durch, also sprach Franzi die Schlußworte und ich machte mich auf die Heimreise.
Der Journalismus wird zur Zeit immer wieder tot gesagt. Generell bin ich der Überzeugung, guter Journalismus muss weiter bestehen und darf nicht sterben. Gute Recherche ist ein Kunst und unabdingbar für die Informationsgesellschaft.
Und da bin ich beim Thema: Gute Recherche. Was der Stern in seinem Artikel vom 19.06. 2009 zusammengezimmert hat, wirkt eher wie eine Schreibübung von jemanden, der mal irgendwie irgendwas von den Jusos gehört hat. Fraglich ist, ob der Autor überhaupt auf der Veranstaltung war, von der er da berichtet.
Denn weder ist Franzi sprachlos, noch wurde die Rede von Franz-Walter Steinmeier kritiklos bejubelt. Es wurden einiges angesprochen, was uns nicht passt, wie die Nichtaufnahme des Ehegattensplittings in das Wahlprogramm, die Netzsperren, offene Fragen zur Verteilungsgerechtigkeit. Die Mutterpartei wurde expliziert aufgefordert klarere Kante zu zeigen.
Nichts desto trotz sind wir mit dem Wahlprogramm in seinen zentralen Aussagen zufrieden und sind überzeugt, dass es das beste Wahlprogramm ist, welches eine deutsche Partei zur Zeit verabschiedet hat.
Besondere Ahnungslosigkeit bewies der Autor aber zum Ende seines Artikels: Bayern als traditionell konservativer Verband!? Ich glaube, ich stehe schon ziemlich im konservativen Spektrum in Bayern und bin selbst dort meilenweit von einem Verband wie Hamburg entfernt. Hätte sich der Autor nur das Antragsbuch oder nur eine Debatte angeschaut, hätte er diese Offensichtlichkeit wohl kaum übersehen können.
Ich bilde mir zwar nicht ein, dass mein Blog viele MdB lesen, aber irgendwie war mir danach, eine Linkliste zu erstellen, um dar zustellen,was sie mit der Zustimmung auch der SPD antun.
Schon wieder etwas Politisches, aber ich lass mir demnächst was einfallen.
Ich bin im Moment nicht wirklich stolz auf meine Partei. Sie trägt die Internetsperre mit, hat insbesondere auf dem Wahlparteitag eher suboptimal agiert. Auch die Reform des Datenschutzes gefällt mir nicht so richtig. Aber da ist in mir die Hoffnung auf Besserung und der Wunsch daran mitzuarbeiten. Und schließlich ist die SPD ein Partei mit langer Geschichte, die Julian hier auch schön aufgezeigt hat. Auf die kann man stolz sein und aufbauen.
Was würde hinschmeißen und aufgeben ändern? In der Partei wäre eine kritische Stimme weniger. Ich hätte mehr Zeit (boah, wär dat geil), aber müsste mir erstmal ein neues Ziel für meine Energie suchen. Ich würde einige Freunde weniger sehen und hätte deutlich weniger Bekannte, mit denen ich diskutieren, debattieren, streiten, aber auch organisieren und Dinge verbessern kann. Ich würde Mitstreiter verlieren und sie mich. Solange es noch Mitstreiter wie Robin, Julian, Björn, Doris und sogar Thomas (mit dem ich doch dann und wann aneinandergerate) und viele ungenannte gibt, besteht Hoffnung. Und weniger persönlich betrachtet, kommt Malte Wedding auf interessante Ergebnisse: Die schwarz-gelben würden gewinnen. Es gibt keine Alternative, aber das Ziel uns wieder zur besseren Alternative zu machen und nicht mehr das kleinere Übel darstellen. Also, packen wir es an.
Antragsteller: Björn Böhning, Jan Mönikes, Franziska Drohsel, u.a. Löschen statt Sperren: Kinderpornographie wirksam bekämpfen, Internetzensur verhindern!
Beschluss: Die SPD will das Internet als Raum der Kommunikation, der Diskussion und des Wissens erhalten und schützen. Deshalb lehnt die SPD die Initiative der Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen zur Errichtung einer Zensurinfrastruktur für das Internet ab. Der SPD-Bundesparteitag fordert die Mitglieder der SPD-Bundestagsfraktion auf, diesem Gesetzentwurf (BT-Drucksachen 16/13125 und 16/12850) – selbst in geänderter Form – nicht zuzustimmen.
Die geplanten Internet-Sperren bergen erhebliche Risiken für unser demokratisches Gemeinwesen und die Informations- und Meinungsfreiheit. Das Internet ist kein rechtsfreier Raum – es darf aber auch nicht vor dem Hintergrund fadenscheiniger Begründungen zensiert werden.
Begründung: Internet-Sperren, wie sie die Bundesfamilienministerin der CDU vorschlägt, sind in Wirklichkeit nur Sichtblenden. Die Täter werden damit nicht ermittelt, die Seiten mit den schlimmen kriminellen Inhalten nicht gelöscht, sondern sollen lediglich mit technischen Maßnahmen vor zufälligem Zugriff verborgen werden. Diejenigen aber, die solches Material über das Internet beziehen wollen, stoßen nicht zufällig darauf. Sie suchen gezielt danach und können die geplanten Sperren ohne nennenswerten Aufwand umgehen. Auch wird einschlägiges Material in der Regel über andere Wege als das Web verbreitet. Die Sperre wird das vorgebliche Ziel nicht erreichen: Die Inhalte sind weiterhin vorhanden und können weiter konsumiert werden.
Beispiele anderer Ländern und die von dort bekannten Sperr-Listen zeigen zudem, dass die einschlägigen Webseiten meist auf Computern in Ländern wie USA, in West-Europa und auch in Deutschland liegen. Überall dort ist Kindesmissbrauch und die Verbreitung von entsprechenden Bildern und Videos strafbar. Ein direktes Vorgehen gegen die Inhalte-Anbieter wäre möglich und nachhaltiger als der Polizei Scheuklappen anzulegen. Versuche von privaten Kinderschutz-Initiativen beweisen: Schon nach einem Hinweis durch einfache E-Mail löschen die meisten Provider die einschlägigen Seiten bereits nach wenigen Stunden endgültig! Die Bundesfamilienministerin und das BKA sind diesbezüglich jedoch untätig geblieben. Ihre Initiative dient als bequemer Vorwand, um auch in Zukunft das mühsamere Löschen kinderpornografischer Inhalte aus dem Netz und das damit verbundene internationale Ermitteln der Täter zu vermeiden und von der bisherigen Tatenlosigkeit ablenken zu können.
Internet-Experten und die SPD-Bundestagsfraktion haben daher schon massive fachliche und (verfassungs-) rechtliche Kritik an dem Gesetzesvorhaben geübt. 100.000 Menschen haben eine Petition beim Bundestag gegen Internetsperren unterschrieben. Das Gesetz bedeutet den Einstieg in die Errichtung einer staatlich kontrollierten Zensurinfrastruktur. Dagegen wenden wir uns schon aus grundsätzlichen Erwägungen: Denn, heute schon ist sichtbar, dass zahlreiche Interessensgruppen Internet-Sperren für ihre Zwecke ausnutzen und ausbauen wollen, etwa gegen tatsächliche oder angebliche Urheberrechtsverletzungen oder problematische Meinungsäußerungen.
Im Antragsbuch für den Bundeskongress der Jusos 2009 sind 2 Anträge, die mich seitdem auf immer mehr Ideen bringen. Einmal soll auf Alkohol Warnhinweise aufgebracht werden, die über Alkoholismus aufklären und der andere möchte Kosmetika kennzeichnen, die mit Tierversuchen getestet wurde. Eigentlich fand ich letztes ziemlich sinnfrei, denn Tierversuchsfreiheit ist für sehr viele Menschen ein Kaufanreiz, aber niemand würde etwas nicht kaufen, weil dafür keine Tiere gequält wurden. Meiner Meinung nach sollte dann eigentlich jeder selbst auf den Gedanken kommen, warum auf manchen Produkten eben nicht damit geworben wird!?
Ein Mädel meinte allerdings, so ein Hinweis würde sie abhalten. Wenn sie es nicht ausdrücklich weiß, dann kann sie ja ohne schlechtes Gewissen die Produkte kaufen.
Na, wenn das so ist, meine neue Antragsliste:
Während sämtlicher Talkshows,Dokusoaps, Soaps ect.,pp. sollte ununterbrochen eingeblendet werden: "Das Schauen dieser Sendung gefährdet ihre Intelligenz."
Auf der Seite 1 der Bild sollte statt dem nackten Girl ein solcher Warnhinweis stehen. (Alternativ sollte der Hinweis vielleicht auf dem Girl stehen, dann bekommt der Hinweis wenigstens Aufmerksamkeit.)
Auf Zensursulas Stirn sollte stehen: "Meine Internetsperre ist unnütz und gefährdet ihre Freiheit."
Während jeder Werbung für Kik und an allen Geschäften sollte stehen: "Es ist nicht auszuschließen, dass der Einkauf in diesem Geschäft Kinderarbeit unterstützt."
Seit 2 (oder 3 Tagen) wird auf Twitter und in verschiedenen Blogs aufgerufen diese Petition mit zu zeichnen, die dem Bundestag nun vorliegt und sich gegen die Internetzensurpläne richtet. Wirklich spannend ist die Frage, ob bis zum 16.06.2009 wirklich 50.000 Unterschriften zusammenkommen. Soviele Personen müssen nämlich zeichnen, damit der Petitionsausschuss sich überhaupt mit dem Thema beschäftigt. Immerhin haben sich inzwischen 17.000 Personen dort eingefunden und unterzeichnet.
Wir haben einen Antrag für ein gerechteres Europa beschlossen.
Nach einer langen Diskussion, die das Mittagessen deutlich verschoben hat, haben wir uns gegen ein neuerliches NPD-Verbotsverfahren ausgesprochen.
Generell hätten ich persönlich mal wieder gut auf Referate und Grußworte vezichten können und dafür mehr Anträge behandelt. Das ist nicht gegen die Redner gerichtet, da hatten wir diesmal richtig gute dabei, allerdings zweifel ich ein bischen am Mehrwert für Wahlkampf oder ähnliches.
Hmm, mehr Berichtenswertes fällt mir nicht ein, ihr könnt ja in den Kommentaren ergänzen.
Ich organisiere ja mit den Jusos gerade ein Öko-Seminar (ultra kreativer Arbeitstitel: "Gut aussehen und leben - aber öko, logisch") und habe da mal diverse Naturkosmetik-Hersteller angeschrieben, ob sie uns Broschüren schicken könnten, über ihre Unternehmensphilosophie ( keine Tierversuche u.s.w.) und die Inhaltsstoffe schicken können.
Und heute geh ich aus der Tür, um mich an die Strasse zu stellen (nicht, was ihr denkt, ich wurde zum Saalaufbau abgeholt), steht da ein Paketdienstmitarbeiter und meint: "Ich hab ne Lieferung." Ich: "Oh, schön, geben sie ruhig einfach her." Er (schaut etwas zweifelnd): "Des ist etwas mehr."
Ich denk mir schon, dass ich ja wohl nicht wirklich schwach aussehe, da packt der Typ seine Sackkarre raus und stapelt da 5 (!) Pakete drauf.
Ich: "Die sind alle für mich??" Er: "Ich sagte doch, es ist etwas mehr."
Und das kommt von einer Firma.
Ich freu mich so, ich freu mich so. Jetzt können wir auf dem Seminar auch was zum Antatschen anbieten und beweisen, dass öko nicht mieft, grün ist oder sonst durchgeknallt.